Tendovaginitis – oder der Handy-Daumen!

Mit neuer Technik, kommen neue Erkrankungen. Wobei, neu ist diese Erkrankung ja gar nicht, aber früher kam sie eindeutig seltener vor. Die Rede ist vom Handy-Daumen, der Sehnenscheidenentzündung am Daumen. Andere Synonyme sind „Quervain Krankheit“ oder auch „Hausfrauendaumen„. Quervain-was? Der Schweizer Chirurg Fritz de Quervain beschrieb 1895 erstmal diese Erkrankung. Daher der Name 😉

Was ist da los?

Das erste Sehnenscheidenfach von insgesamt sechs auf dem Handrücken entzündet sich. Durch eine übermäßige Belastung des Daumens, hier im Sinne von Wischbewegungen auf dem Smartphonedisplay, kommt es innerhalb der Sehnenscheide, welche Reibung minimieren soll, zu einer massiven mechanischen Beanspruchung. Die eh schon kleinen Sehnenfächer schwellen durch die Reibung an und verdicken. Dadurch hat die Sehne weniger Platz beim Durchrutschen und eine Entzündung tritt auf. Schmerz wird als Reaktion auf die Entzündung ausgelöst und soll den „Hand-Besitzer“ dazu bringen den Daumen still zu halten, damit er sich erholen kann.

Was kann ich tun?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Ansätze aus der Physiotherapie, Heilpraktik und Chiropraktik. Wie immer heißt es: Die Mischung machts. Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist oft Kälte ratsam, denn Kälte wirkt auf der Haut schmerzlindernd und solange Kälte appliziert wird, ist die Hand ruhig gestellt. Weiter sollte jede Bewegung die den Schmerz auslöst vermieden werden, auch wenn es schwer fällt. Denn nur so hat die Sehne eine Chance sich zu erholen. Eine weitere Möglichkeit der Therapie ist das Tapen. Hier wird mit Tapes versucht die Haut so zu fixieren, dass bei Bewegung des Daumens die Sehnenscheide anders belastet wird. Dehnübungen sind auch ein Ansatz und müssen im Einzelfall ausprobiert werden. Hier ist es wieder wichtig im schmerzfreien Bereich zu bleiben. Wenn die konservative Therapie nicht hilft, ist der nächste Schritt eine Spritze mit Schmerzmittel und Kortison. Zu beachten ist hierbei, dass Kortison die Sehen auf Dauer schädigen kann. Es ist also Vorsicht geboten. Typischerweise gibts vom Orthopäden oft einen Zink-Leinen-Verband, der den Unterarm ruhig stellt. Wenn auch das nicht zum Ziel führt, ist eine OP angezeigt. Die Ergebnisse sind oft sehr gut, trotzdem sollte dies die letzte Option sein. Weitere Hilfe und Infos bekommst du wie immer bei mir in der Praxis für Physiotherapie und Heilpraktik in Hamburg Rotherbaum. Einfach anrufen und unverbindlich beraten lassen 😀